2016-04-17_Schroeder_Christian

Mein Name ist Christian Schröder. Geboren wurde ich 1984 in Hannover, wo ich bis heute lebe. Bereits als Kind nahm mich mit, wie schnell sich meine Umwelt zum Teil veränderte. So ist mir ein Schlüsselerlebnis noch gut in Erinnerung geblieben: Oft fuhr ich damals mit meiner Mutter zusammen in die Stadt, wobei die Straßenbahn jedes Mal an einer alten Fabrikhalle vorbeikam. Doch das rote Backsteingebäude verschwand plötzlich, quasi über Nacht war es abgerissen worden. Zu dieser Zeit träumte ich erstmals davon, Orte fotografisch festzuhalten, wenn die Veränderungen schon nicht aufzuhalten seien. Auf Bildern wollte ich unbedingt dokumentieren, was mich umgab: Häuser, Straßen und Plätze. Dieser Wunsch blieb mir bis heute erhalten und führte dazu, dass ich mich mit einer Kamera der Architektur in meiner Umgebung zuwandte.

Die Idee, einen Blog über die Hintergründe von Fotografien zu führen, kam mir während zahlreicher Diskussionen mit Freunden und Kollegen. Jemand war vortags mit seiner Kamera losgezogen und hatte Bilder mitgebracht, die dann in kleiner Runde ausführlich besprochen werden mussten. Welche Wirkung derjenige mit seiner Aufnahme erzielen wollte, wie er seine Idee technisch umsetzte, auf welche Schwierigkeiten er traf – all das fand ich meist genauso spannend wie die Bilder selbst.

Der Name für den Blog, Bildindustrie, leitet sich von dem Gedanken ab, sich hier Bildern zu widmen. Beim Fotografieren sind mir alte Fabriken – die (meist im Verschwinden begriffene) Industrie – oft das liebste Motiv gewesen. Gleichzeitig bedeutet das lateinische Wort „industria“ so viel wie „Betriebsamkeit“, „Fleiß“ und passt daher zu meinem Wunsch, möglichst viel zu dokumentieren, bevor es – vielleicht schon morgen – abgerissen ist.

 

(Foto: Stephanie Kautz)